Portal-Anbieter oder Fulfillment-Partner?
Am Tag der Unterschrift sehen beide gleich aus. Danach nicht mehr.
„White-Label" ist kein geschützter Begriff. Er beschreibt zwei sehr unterschiedliche Angebote, und der Unterschied fällt erst auf, wenn etwas nicht funktioniert.
Die zwei Modelle
Der Portal-Anbieter gibt dir eine Oberfläche mit deinem Logo, eine Preisliste und Zugangsdaten. Alles Weitere ist deins: einrichten, härten, überwachen, aktualisieren, Störfälle bearbeiten, Wiederherstellungen begleiten.
Der Fulfillment-Partner liefert dieselbe Marke nach außen — übernimmt aber den Betrieb dahinter.
Beide sind legitim. Nur kosten sie an unterschiedlichen Stellen.
Woran du es vor der Unterschrift erkennst
| Frage | Portal | Betreiber |
|---|---|---|
| Wer richtet ein und härtet? | du | er |
| Wer sieht hin, wenn ein Job drei Tage rot ist? | du | er |
| Wer fährt Updates und Wartung? | du | er |
| Wer spricht mit dem Rechenzentrum, wenn Hardware auffällt? | du | er |
| Wer begleitet eine Wiederherstellung im Ernstfall? | du | er |
| Wer trägt die Meldefristen des Herstellers? | du | er |
Wenn eine Antwort „das Portal zeigt dir das an" lautet, ist die Frage nicht beantwortet. Anzeigen ist nicht bearbeiten.
Fünf Fragen, die du jedem Anbieter stellen kannst
- Wer kann eine unveränderbare Sicherung aufheben, und unter welchen Bedingungen? Wer „niemand, auch wir nicht" antwortet, beschreibt sein eigenes System falsch.
- Was genau heißt 24/7 bei euch — Überwachung oder Rufbereitschaft? Das ist der Unterschied zwischen einem Bildschirm, der blinkt, und jemandem, der aufsteht.
- Liegt das Repository außerhalb der Umgebung, die es sichert?
- Wie oft wird eine Wiederherstellung getestet, und wird dabei die Dauer gemessen?
- Wie komme ich wieder raus? Offenes Datenformat und Herausgabe auf physischen Datenträgern gehören zur Antwort.
Unsere Antworten
Wer kann aufheben: Wir, auf Systemebene, und nur nach einem verifizierten Auftrag aus deinem Haus. Nicht über die Backup-Umgebung, nicht durch einen Angreifer, nicht durch einen kompromittierten Administrator während der Sperrfrist.
24/7: Überwachung. Eine zugesicherte Reaktionszeit ist nicht im Standard enthalten, aber buchbar — nächster Werktag oder vier Stunden im Notfall. Reaktionszeit heißt Beginn der Bearbeitung, nicht Lösung; das sagen wir dazu, weil andere es weglassen.
Repository: außerhalb der Kundenumgebung. Wir haben gesehen, wie ein ausgefallenes vCenter die Backup-Software mitgerissen hat, die genau dieses vCenter sichern sollte.
Wiederherstellungstests: Wir bestehen darauf und messen dabei die Dauer. Eine Wiederherstellung, die kriecht, ist im Ernstfall keine.
Ausstieg: offenes Veeam-Standardformat, meist ohne Migration — neue Kette woanders starten, alte auslaufen lassen. Bei großen Volumina Herausgabe auf physischen Datenträgern.
Georedundanz: nicht im Standard. Ein Standort ist ein Standort.
Wann ein Portal reicht
Wenn du eigene Leute für den Betrieb hast und Backup zu deinem Kerngeschäft gehört, ist ein Portal die günstigere und richtige Wahl. Was dann für dich spricht, steht auf Für wen.